Samstag 10.6.2017
queer*utopia /// Vernissage Nora Schindler & Performance paradiso per:tutto
15 – 21 Uhr
Vernissage Nora Schindler
18 – 21 Uhr
Performance paradiso per:tutto
Mit Bastian Petz, Johannes Lernpeiss, Nora Schindler, Masha Dabelka, Joan Hoban, Willa Binda, Ben.
Nora Schindler /// Entwicklungsanleitung:
  1. „Unverblümt oder Entscheidung für das Ungewisse“
  2. „1,2,3 – so wird’s gemacht“
  3. „Glaubenssätze oder Francis Bacon hat seinen Hund auf der Toilette vergessen“
  4. „Mondlandung oder neuer Anfang“
  5. „schöne neue Welt oder die Wahrheit tut der Weisheit weh“
  6. „Sag ja zum Leben oder später dann“
  7. „was alle wissen wollen und keinen was angeht“
Dokumentationen die ausschließlich den physischen Prozess der Transformation zeigen, die ewige Stigmatisierung durch Reduktion auf die Sexualität muss ein Ende haben.
Die Verwechslung von Trans-Sexualität als Krankheit, statt Transformation als neuer Bewusstseinszustand und wahre Authentizität.
All das ist der Umgang unserer modernen, aufgeklärten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.
Die überlegene Mehrheit fürchtet immer die Minderheit
Aus Angst vor Veränderung wird das eindimensionale Denken, dass es zwei Geschlechter gibt ständig zelebriert, ungeachtet der Vielfalt von Mann, Frau, Transfrau, Transmann, Intersexuell, Geschlechtslos….
… leben wir immer noch in einer Welt die diese Tatsache ihren Kindern vorenthält und auch in keiner anderen Phase späterer Entwicklung dem Menschen nähergebracht wird.
Wie lange möchte der Mensch in seiner Entwicklung noch auf Persönlichkeitsentwicklung verzichten zu Gunsten einer scheinbaren, unwirklichen „Normalität“?
paradiso per:tutto
„[…] Jeder Garten, sei er gebaut, geplant, geträumt, geschrieben, gemalt oder auch nur gedacht, ist ein Echo auf das Paradies, also letztlich die Kompensation eines Verlustes. Da es diesen Urgarten nun einmal gibt, kann sich kein anderer Garten dieser Genealogie ganz entziehen. […] Dabei sind jeweils aktuelle Strömungen der Kunst, der Ästhetik und der Philosophie ebenso eingeflossen wie herrschende Sozialmodelle, politische Utopien, technische Errungenschaften und, allen voran, Positionen des jeweiligen, sich im Laufe der Zeit dramatisch verändernden Verhältnisses des Menschen zur Natur. […] Den Garten, der seine Zeit und das Paradies gleichermaßen spiegelt, trennt immer eine Grenze von der Welt. […]”
(Hans von  Trotha, Garten Kunst, Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies, Quadriga Verlag, 2012)
Im Herzen des Sonnenlandes liegt das „Paradiso per_tutto,“ ein Paradies für alle und alles. Die Interaktive Installation möchte ein Verhandlungsort sein an dem der Ausschluss und Diskriminierung der LGBTQI Community von religiösen Traditionen sichtbar wird. Die vielfache Darlegung in den „heiligen Schriften“ über die Wiedernatürlichkeit von Homo und Trans Menschen, der Ausschluss aus den Paradiesvorstellungen möchte hier thematisiert werden.
Die Installation ist kein Ort des Anprangerns, des Urteilens über den Umgang in der Vergangenheit sondern ein Ort der Utopie. Eine Utopie eines Tempels, eines heiligen Gartens, einer Paradiesvorstellung in der LGBTIQ Menschen nicht nur willkommen sind, sondern in Mythologien, rituellen Handlungen und Darstellungen vertreten sind. Es wird der Frage nachgegangen: Wie würden Religiöse Traditionen, Abbildungen, Skulpturen aussehen, währen LGBTIQ Menschen seit Jahrhunderten inkludiert?
Angeregt wurde die Installation vom wissenschaftlichen Diskurs über den Einfluss von Religionen auf unser heutige Sozialisation, unsere Werte und Normen und deren Einfluss auf unser aktuelles Bildungssystem. Wie stark reflektiert die Gesellschaft  internalisierte homo- und Transphobie welche unter anderem durch religiöse Predigten unterstützt und teilweise durch diese hervorgerufen wurden.
Performanceinstallation mit Bastian Petz, Johannes Lernpeiss, Nora Schindler, Masha Dabelka, Joan Hoban, Willa Binda, Ben Pfau.
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